Wirtschaft und Management

Wie man die Unternehmensnachfolge am besten regelt

von Redaktion, am 05.05.2017

Wenn sich Inhaber aus ihrem Unternehmen zurückziehen und es auf einen Nachfolger übertragen, muss einiges berücksichtigt werden. Was genau, das hat Prof. Dr. Philipp Reinbacher, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Controlling an der Hochschule Fresenius Hamburg, in seiner Doktorarbeit untersucht.

Gerade mittelständische Unternehmen sind in Deutschland häufig noch inhabergeführt. Doch auch Inhaber wollen irgendwann die Verantwortung abgeben oder sich zur Ruhe setzen – und spätestens dann müssen sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolgekandidaten machen. Schätzungsweise 135 000 mittelständische Unternehmen in Deutschland werden in den nächsten Jahren vor genau dieses Problem gestellt sein.

Doch was ist bei diesem Übergabeprozess zu beachten? Unter welchen Bedingungen gelingt er am reibungslosesten? Mit diesen Fragen hat sich Prof. Dr. Philipp Reinbacher, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Controlling an der Hochschule Fresenius Hamburg, in seiner Doktorarbeit auseinandergesetzt und dafür Mitglieder 51 westfälischer Mittelstandsunternehmen, die einen Übergang entweder vor oder hinter sich haben, befragt.

Seine zentralen Ergebnisse fasst Reinbacher so zusammen: „Ein Übergangsverfahren ist komplex und zeitaufwändig, alleine die zwingend notwendige Einarbeitung dauert zwei bis vier Jahre. Sorgfältige Planung und Durchführung können die Erfolgschancen jedoch nachhaltig verbessern.“

Wenn Inhaber und Nacholger nicht auf einer Wellenlänge liegen, wird es problematisch

Bei der Auswahl eines Kandidaten sollten betroffene Unternehmen jedenfalls vor allem dessen Kompetenzen und Erfahrungen im Blick haben. Darüber hinaus zählt aber auch das Menschliche: „Es ist sehr wichtig, dass die Chemie zwischen Nachfolgerin oder Nachfolger und Inhaberin bzw. Inhaber stimmt“, erklärt Reinbacher. Gerade während der Einarbeitungsphase, in der dem Kandidaten durchaus eigenverantwortliches Handeln zugestanden werden sollte, sei häufig zu spüren, ob es zwischenmenschlich harmoniert oder nicht.

Eine weitere Erkenntnis aus seiner Studie bezieht sich auf die interne Kommunikation: „Der Nachfolgeprozess muss frühzeitig kommuniziert werden, damit die Belegschaft hinter der neuen Frau oder dem neuen Mann steht.“ Weiterhin sollte eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger „Klinken putzen“, um eine positive Grundstimmung zu erzeugen: „Die Belegschaften sollten wissen, was nach den ‚Alten‘ kommt!“

In den meisten Fällen folgt auf den „Alten“ übrigens die oder der „Junge“: 86 Prozent der betrachteten Unternehmen gingen in die Hände eines der Kinder der Inhaberin bzw. des Inhabers über.

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Die adhibeo-Redaktion veröffentlicht regelmäßig Artikel zu verschiedensten Themen der Angewandten Wissenschaften, die an der Hochschule Fresenius stattfinden.

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