Psychologie und Wirtschaftspsychologie

Wirtschaft und Management

Big Personaldata

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von Redaktion, am 18.06.2015

Die Digitalisierung macht auch vor dem Personalwesen nicht Halt: Mit Hilfe von Talent Management Software werden heute Personaldaten erfasst und ausgewertet. Die Beurteilung der Mitarbeiter soll dadurch vereinfacht werden und außerdem dezentral möglich sein. Welche Software allerdings die richtige ist, das sei nur schwierig herauszufinden, sagt Prof. Dr. Klaus Stulle, Wirtschaftspsychologe an der Hochschule Fresenius Köln.

Egal, ob klein-, mittel- oder großständisches Unternehmen: Ohne entsprechende Software lässt sich das eigene Personalwesen kaum mehr organisieren. Recruiting, Onboarding, Performance Management, Lernen, Vergütung sowie Nachfolgeplanung und Entwicklung – zu allen Prozessen können Daten gesammelt und ausgewertet werden. Die großen Anbieter auf dem Gebiet der Personalwirtschaftssysteme heißen SAP/Success Factors, Oracle, Lumesse oder Haufe/Umantis. Doch welches System passt zu welchem Unternehmen?

„Der HR-Software-Markt ist sehr unübersichtlich. Wer die richtige Lösung finden will, sollte sich zunächst bei vergleichbaren Unternehmen umsehen und gezielte Referenzchecks durchführen“, rät Prof. Dr. Klaus Stulle, Wirtschaftspsychologe an der Hochschule Fresenius Köln. Denn den Markt auf eigene Faust zu sondieren, sei derzeit sehr anspruchsvoll: „Fast alle Anbieter stecken gerade sehr viel Geld in ihr Produktmarketing. Doch im Anschluss wird oft nicht das gehalten, was zuvor versprochen wurde.“

Der Einsatz der richtigen HR-Software lohnt sich – für internationale wie für lokale Unternehmen

Stulle beobachtet die Entwicklungen im Bereich Talent Management Software seit vielen Jahren und hat mehrere Untersuchungen zum Thema durchgeführt. „Der Einsatz geeigneter Software für die Personalorganisation trägt sehr schnell Früchte, nicht nur in großen Unternehmen. Für international agierende Konzerne kommt dabei in erster Linie eine Lösung in Frage, die mit der gesamten Unternehmens-IT verknüpft werden kann. Für KMUs muss dies nicht zwangsläufig erfüllt sein, hier sind auch schlanke ‚Stand-Alone‘-Lösungen denkbar“, so der Wirtschaftspsychologe.

Fortschrittliche Software-Anbieter verfolgen heute den dezentralen Cloud-Ansatz: „Die Software wird nicht mehr auf Unternehmensservern installiert, sondern nur noch als Internet-Applikation angeboten. Jeder Personaler kann von überall auf die Daten zugreifen. Das erleichtert vieles, zum Beispiel die systematische Installation von Updates oder Programm-Erweiterungen“, erläutert Stulle. Die Kehrseite der Medaille sei allerdings, dass die Datensicherheit oft kritisch hinterfragt werden müsse. Auch stießen unternehmensspezifische Anpassungswünsche rasch an ihre Grenzen, weil eine allgemeingültige Software-Lösung nur begrenztes „Customizing“ zulasse.

„Letztlich“, fasst Stulle zusammen, „finden auf dem Markt derzeit turbulente Umwälzungen statt, deren Ausgang nur begrenzt absehbar ist. Die Anbieterlandschaft befindet sich im permanenten Wandel und bewegt sich vom Wachstums- zum Verdrängungsmarkt.“ Mehr denn je solle man deshalb die Einführung einer passenden Lösung gewissenhaft und aus möglichst neutraler Perspektive hinterfragen, denn „die Vor- und Nachteile der verschiedenen Konzepte liegen sehr eng beieinander.“

Prof. Stulle hat sich auch im Fachmagazin Human Resources Manager zum Thema Talent Management Software geäußert. Der vollständige Artikel findet sich hier.

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Die adhibeo-Redaktion veröffentlicht regelmäßig Artikel zu verschiedensten Themen der Angewandten Wissenschaften, die an der Hochschule Fresenius stattfinden.

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