Psychologie und Wirtschaftspsychologie

Sympathischer dank Emojis

von Juliane Mischer, am 17.07.2018

Heute ist Welt-Emoji-Tag. Ob Freude, Leid oder Ärger, um Emotionen in Textnachrichten auszudrücken oder zu verstärken, verwenden Nutzer häufig Emojis. Insgesamt sind heute mehr als 2.300 Symbole in Gebrauch und es werden stetig neue entwickelt. Welche Emojis sind besonders beliebt? Bevorzugen Frauen und Männer andere Emojis? Und welche Wirkung haben die Symbole?

Diesen und weiteren Fragen ist Prof. Dr. Wera Aretz, Psychologieprofessorin und Studiendekanin für Wirtschaftspsychologie (B.Sc.) an der Hochschule Fresenius in Köln, nachgegangen. Dazu wurden 264 Personen mithilfe eines Onlinefragebogens befragt. Darunter waren 157 Frauen und 107 Männer im Alter zwischen 12 und 92 Jahren. Untersucht wurden Nutzungshäufigkeit und -motive, Lieblings-Emojis und Geschlechterunterschiede.

Wer keine Emojis nutzt, wirkt selbstbewusster

Die Wirkung von Emojis in der textbasierten Kommunikation wurde experimentell untersucht. Teilnehmer der Studie erhielten entweder einen Text ohne oder mit Emojis und sollten den Verfasser des Textes einschätzen. Der Verfasser des Textes mit Emojis wurde als deutlich sympathischer eingeschätzt; der Verfasser des Textes ohne Emojis als durchsetzungsstärker und selbstbewusster. „Emojis beeinflussen also, wie jemand wahrgenommen wird. Sie können daher auch zur strategischen Eindruckssteuerung genutzt werden“, so Aretz.

Emojis, die positive Emotionen ausdrücken, werden besonders häufig verwendet

Insgesamt verwenden 99 Prozent der für die Studie Befragten beim Verfassen von Textnachrichten Emojis. Emojis, die für positive Emotionen stehen, wie intensive Freude, ein liebevoller Kuss, Leidenschaft und Liebe, Glück oder Zustimmung, kommen besonders häufig zum Einsatz. Vergleichsweise selten werden Piktogramme genutzt, die Naturereignisse wie Feuer oder Sonne symbolisieren. Nach wie vor erfreut sich der Freude-Emoji mit den Lachtränen über die größte Beliebtheit, dicht gefolgt vom Herzkuss-Emoji, dem Herzaugen-Emoji und dem Daumen-hoch-Emoji.

Frauen drücken ihre Gefühle eher mit Emojis aus als Männer

Signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Häufigkeit der Nutzung zeigten sich bei 14 von 22 Items. Insgesamt gaben Frauen weitaus häufiger an, Emojis zu verwenden, als Männer. Frauen nutzen dabei eher Emojis, die Furcht und Trauer, Wut und Ekel, Liebe und Herzlichkeit symbolisieren. Männer hingegen verwenden mehr Emojis, die Ironie ausdrücken, und zeigen ihre Zustimmung öfters mit dem Zeichen für „Daumen hoch“.

Nutzung von Emojis hängt auch vom Nachrichtenempfänger ab

Ob Emojis überhaupt zum Einsatz kommen, hängt den Studienergebnissen zufolge auch davon ab, ob wir jemandem schreiben, der selbst Emojis verwendet. Nutzt der Empfänger der eigenen Nachricht keine, tendieren wir dazu, selbst auch eher Textnachrichten ohne Symbole zu schreiben. „Emojis bilden daher sozialen Normen in der Kommunikation und ihr Einsatz kann als soziale Anpassung verstanden werden“, erläutert Aretz.

Über den Autor

Juliane Mischer
Juliane Mischer ist Teil der adhibeo-Redaktion und arbeitet im Bereich Marketing und Kommunikation der Hochschule Fresenius.

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