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Wirtschaft und Management

Reisen im Sommer 2020 – geht das?

von Prof. Dr. Carolin Steinhauser und Andreas Nagy, am 09.06.2020

Die coronabedingten Reisebeschränkungen werden immer weiter gelockert. Doch wie beeinflusst die Krise das Reiseverhalten der Deutschen? Welche Unterkunftstypen und Verpflegungsangebote bevorzugen die Reiselustigen? Wer planet einen weiteren Reiseverzicht zum Schutz der Umwelt? An der Hochschule Fresenius in München wurden diese Fragen in einer empirischen Arbeit untersucht.

Insgesamt 772 Personen beantworteten die Fragen zu ihrem Reiseverhalten, die gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Tourismus-, Hotel- und Eventmanagement (B.A.) entwickelt wurden. Die Ergebnisse liefern spannende Einblicke in das Reiseverhalten im Coronajahr 2020.

Selbstverpflegung und Ferienwohnungen gefragt

Mehr als 300 der Befragten gaben an, dass sich die Coronakrise bereits auf ihren diesjährigen Urlaub ausgewirkt hat. Dennoch zeigt sich, dass die Reiseplanungen für dieses Jahr noch nicht abgeschrieben sind.

Die politische Lage vor Ort, die persönliche finanzielle Situation oder auch Hygienevorschriften am Reiseziel zählen zu den wichtigsten Kriterien bei der Durchführung der nächsten Reise.

Fast die Hälfte der Befragten sprechen sich für den Unterkunftstyp Ferienwohnung aus. Dabei bevorzugt ein Drittel die Selbstverpflegung im nächsten Urlaub, gefolgt von Halbpension mit 28 Prozent. All-inclusive Urlaube und Pauschalreisen sind weit abgeschlagen. Die Untersuchung zeigt darüber hinaus einen Altersunterschied: Jüngeren Befragten ist eine private Zimmervermietung wichtiger als älteren Reisenden. Letztere favorisieren im Gegensatz dazu eine bekannte Hotelmarke für die Buchung.

Mehr Tagesausflüge, weniger Langzeitreisen

Viele Befragte setzen in dieser Saison aber auch auf „Urlaub zu Hause”: So bevorzugen vier von zehn Befragten einen Urlaub in Deutschland. Jeder Zweite will auf längere Reisen mit Übernachtung verzichten und stattdessen mehr Tagesausflüge von zu Hause aus planen. Vor allem bei Frauen ist das eine beliebte Option.

Frauen würden zum Schutz der Umwelt eher auf Reisen verzichten als Männer

Sieben von zehn Befragten sind der Meinung, dass die Krise große oder mittelmäßig positive Auswirkungen auf die Umwelt haben wird. Es zeigt sich allerdings, dass insgesamt nur 27 Prozent der befragten Personen längerfristig auf Reisen verzichten wollen, um ihren persönliche CO2-Fußabdruck zu reduzieren.

Dabei wird ein Unterschied zwischen den Geschlechtern deutlich, da Männer im Schnitt signifikant seltener angaben, zum Schutz der Umwelt auf das Reisen verzichten zu wollen.

Über die Autoren

Prof. Dr. Carolin Steinhauser und Andreas Nagy
Prof. Dr. Carolin Steinhauser und Andreas Nagy lehren im Studiengang Tourismus, Hotel- und Eventmanagement (B.A.) an der Hochschule Fresenius München.

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