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Psychologie und Wirtschaftspsychologie

Heiraten im digitalen Zeitalter

Johnstocker/Fotolia

von Redaktion, am 24.03.2016

Die Digitalisierung verändert viele Bereiche unseres Lebens – auch das Heiraten: Viele Brautpaare haben in den letzten Jahren die Möglichkeit genutzt, ihre Hochzeitsgäste über eine eigene Internetseite mit Informationen zu versorgen. Bei einer an der Hochschule Fresenius Düsseldorf entstandenen Umfrage zum Thema zeigt sich: Bei Frauen kommt diese Idee besser an als bei Männern.

Eine Hochzeit bleibt auch in Zeiten hoher Scheidungsraten ein zentrales Ereignis im Leben vieler Menschen – und darum muss es natürlich entsprechend inszeniert werden. Hat man sich dabei früher vor allem auf den Tag der Hochzeit selbst konzentriert, beginnt die Inszenierung heute schon lange vor der eigentlichen Feier und hält noch einige Zeit danach an – den Möglichkeiten der Digitalisierung sei Dank!

Denn mit Hilfe einer eigens für die Hochzeit erstellten Webseite kann das Brautpaar die Hochzeitsgesellschaft in den Monaten vor und nach der Trauung konstant mit Informationen versorgen: zum Beispiel, indem es dort im Vorfeld sukzessive mehr vom Hochzeitsprogramm preisgibt oder nach der Feier Fotos und Danksagungen veröffentlicht. Immer öfter machen Heiratende in Deutschland von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Damit man sich das aufwendige Programmieren und Gestalten einer Hochzeitswebseite erspart, gibt es heute Plattformen wie unsere-lovestory.de, auf denen man seine Seite bequem mit Hilfe eines Baukastenprinzips erstellen kann. Um das Angebot auf der Plattform stetig zu verbessern, haben die Gründer von unsere-lovestory.de bei der Hochschule Fresenius Düsseldorf eine studentische Projektstudie in Auftrag gegeben.

Die Ergebnisse zeigen: eine eigene Hochzeitswebseite zu gestalten, ist für viele eine interessante Idee

Dr. Kathrin Schütz, Wirtschaftspsychologin am Standort Düsseldorf, hat die Untersuchung als Mentorin betreut. „Die Projektgruppe sollte für das Unternehmen unter anderem herausfinden, wie die Möglichkeit, eine eigene Hochzeitswebseite zu entwerfen, im Allgemeinen bewertet wird“, erklärt Schütz gegenüber adhibeo. Wie die Ergebnisse zeigen, nicht so schlecht: Die Mehrheit der rund 200 Teilnehmer der Online-Umfrage gab an, der Idee gegenüber, eine Internetpräsenz für die eigene Hochzeit zu haben, nicht abgeneigt zu sein. Immerhin rund 43 Prozent stimmten außerdem zu, dass eine solche Webseite die Planung und Koordination ihrer Hochzeit erleichtern würde.

Bei den allgemeiner gehaltenen Fragen rund um das Thema Hochzeit offenbarten sich geschlechtsspezifische Unterschiede, die womöglich gängigen Vorurteilen Vorschub leisten. So äußerten weibliche Befragte vergleichsweise häufiger den Wunsch, die offiziellen Hochzeitsbilder nach der Feier unbedingt allen Hochzeitsgästen zugänglich machen zu wollen. Genauso ist es Frauen wichtiger, alle Fotos, die von Gästen auf der eigenen Hochzeit geschossen wurden, im Anschluss zu sehen zu bekommen.

„Frauen zeigen insgesamt ein etwas größeres Interesse an der Inszenierung der eigenen Hochzeit“, fasst Kathrin Schütz die Ergebnisse zusammen. Eine gezielte Ansprache der weiblichen Zielgruppe könnte für Plattformen wie unsere-lovestory.de demnach Sinn machen, so die Wirtschaftspsychologin. Mit der Arbeit der Projektgruppe sei sie jedenfalls sehr zufrieden – „das gilt übrigens auch für den Projektpartner.“

ÜBER DEN AUTOR

Redaktion
Die adhibeo-Redaktion veröffentlicht regelmäßig Artikel zu verschiedensten Themen der Angewandten Wissenschaften, die an der Hochschule Fresenius stattfinden.

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