Studentische Arbeiten

Umwelt oder Gesundheit? Warum Konsumenten bereit sind, weniger Fleisch zu essen

Zu viel Fleisch zu essen, schadet der eigenen Gesundheit und der Umwelt. Denn nicht nur Autoabgase und Industrieschlote tragen zur Erderwärmung bei, sondern auch das Steak auf dem Teller. Verschiedene Studien beschäftigen sich daher mit dem Einfluss unserer Ernährung auf den Klimawandel. Auch Studierende des Studiengangs Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) an der Hochschule Fresenius in Köln haben sich des Themas angenommen und im Rahmen einer Projektarbeit untersucht, wie hoch die Bereitschaft in Deutschland im Vergleich zu China ist, den Fleischkonsum zu reduzieren und was die Gründe dafür sind.

Für die Untersuchung haben die Studierenden unter Leitung ihres Studiendekans Prof. Dr. Lutz Becker sowohl Experteninterviews durchgeführt als auch eine Onlineumfrage. Insgesamt 200 Probanden aus Deutschland und 568 aus China gaben an, ob sie willens sind, seltener Fleisch zu konsumieren, und warum.

„Die Studierenden haben das Thema Ernährung aus einer Vielzahl von Perspektiven beleuchtet und sind hinsichtlich des Fleischkonsums zu interessanten Ergebnissen gekommen“, so Prof. Becker „Obwohl die Stichprobe nicht repräsentativ ist, lassen sich deutliche Hinweise auf die Motivation der Verbraucher, mögliche Unternehmensstrategien in der Ernährungsbranche und auf künftigen Forschungsbedarf erkennen“, erklärt er weiter.

Jeder zweite Befragte würde Fleischkonsum reduzieren

In beiden Ländern waren etwa die Hälfte der Befragten, die aktuell Fleisch essen, – in China (rund 53 %) mehr als in Deutschland (ca. 46 %) – bereit, ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Die Motive dahinter sind aber völlig unterschiedlich: Dominieren in Deutschland ethische Beweggründe, wie Fragen des Tierwohls (33 %) und des Naturschutzes (18 %), ist in China vor allem die Gesundheit ausschlaggebend (64 %) für das Interesse an fleischreduzierter Ernährung. Naturschutz geben dagegen nicht einmal zwei Prozent und Tierwohl nur gut sieben Prozent der Befragten aus China als Motiv an.

Während in Deutschland reges Interesse an Fleischersatzprodukten besteht, werden in China vor allem Eierspeisen (54 %) als Alternative zum Fleischkonsum betrachtet, während Käse, der von der deutschen Befragten zu 41 Prozent als Alternative favorisiert wird, in China gar keine Rolle (0 %) spielt.

Die Ergebnisse der Projektarbeit wurden auch im Rahmen Online-Konferenz Next Economy Open #NEO18x präsentiert.

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