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Nachbericht zum zweiten Virtual Reality Day

von Redaktion, am 21.07.2016

Am 20.07. hat die Hochschule Fresenius München bereits zum zweiten Mal den Virtual Reality Day ausgerichtet. Auch diesmal haben dort wieder zahlreiche Firmen ihre innovativen Produkte vorgestellt und die Besucher damit in den Bann der Zukunftstechnologie gezogen. In thematischen Diskussionsrunden wurden zudem Chancen und Anwendungsmöglichkeiten für die Virtual Reality erörtert – auch kritische Stimmen waren zu hören.

Die Euphorie in Sachen Virtual Reality (VR) ist groß, das war auch auf dem 2. Virtual Reality Day an der Hochschule Fresenius München wieder zu spüren. 13 Unternehmen, die meisten davon Startups, haben sich diesmal im Audimax der Hochschule den mehr als 250 Besuchern präsentiert. „Aussteller- und Besucherzahl konnten im Vergleich zum ersten Virtual Reality Day im letzten Jahr deutlich gesteigert werden. Die Aufbruchsstimmung in der Branche ist weiterhin enorm und die Technologie lockt immer mehr Menschen an“, zieht Dmitri Popov, Studiengangsleiter 3D-Design & Management an der Hochschule Fresenius München und Organisator des Events, ein erstes Fazit.

Dass eine große Aufbruchsstimmung aber nicht unbedingt den Anfang einer Erfolgsgeschichte markieren muss, darauf verweist Prof. Dr. Ludwig Hinkofer, Leiter der Media School am Münchner Standort, in seiner Begrüßungsrede. Schon Mitte der Neunziger Jahre habe er es erlebt, wie der VR-Branche eine große Zukunft vorhergesagt wurde: „Damals wurde von einigen VR-Enthusiasten das Zukunftsszenario entworfen, dass man schon in zwanzig Jahren immer seltener real, dafür häufiger virtuell verreisen würde: Man zieht sich einfach in den VR-Raum seiner Wohnung zurück und macht ein bisschen Urlaub an seinem virtuellen Traumstrand – jetzt befinden wir uns in genau dieser Zukunft und Virtual Reality ist immer noch nicht wirklich in der Gesellschaft angekommen“, so Hinkofer.

Spricht man mit den Ausstellern, wird aber klar: genau das soll sich möglichst bald ändern. Die Startups haben verstanden, dass es darum geht, Produkte zu entwickeln, die für Unternehmen und Einzelkunden einen konkreten Mehrwert bieten. Damit diese Produkte auch Abnehmer finden, müssen allerdings noch einige Vorbehalte gegenüber der Technologie abgebaut werden.

 

Für welche Anwendungsgebiete im Bildungsbereich bringt VR einen Mehrwert – und für welche nicht?

Auch in der Diskussion zum Thema „VR und Education“ – beim 2. Virtual Reality Day konnten die Teilnehmer diesmal neben der Messe auch verschiedene themenbezogene Diskussionen besuchen – werden diese Vorbehalte deutlich. Ein Lehrer äußert zum Beispiel, dass sich VR im Unterricht zwar sehr gut zur Erklärung abstrakter Modelle aus den Bereichen Mathematik und Physik eigne, eine Anwendung in vielen anderen Zusammenhängen sich aber nicht lohne. Auch fehle es vielen Schulen in Deutschland an technischen und finanziellen Mitteln, um die neue Technologie sinnvoll einsetzen zu können.

Im Bereich Erwachsenenbildung schätzen dagegen einige der Diskussionsteilnehmer die Einsatzmöglichkeiten für VR optimistischer ein. Man könne die Technologie zum Beispiel beim Coaching einsetzen: „Die Klienten konfrontiert man dabei in der virtuellen Realität mit Situationen, mit denen sie im realen Leben nicht zurechtkommen“, bringt es eine anwesende Therapeutin auf den Punkt. Auf diese Weise sei es möglich, richtiges Führungsverhalten oder den Umgang mit Stresssituationen zu trainieren – ohne dass die Klienten dabei negative Konsequenzen erführen.

Am Ende der Diskussion herrscht Einigkeit darüber, dass es für VR im Bereich Education durchaus Einsatzmöglichkeiten gibt – dass man diese aber erst noch genau identifizieren und finanzielle Fragen klären muss. Für Unternehmen, die Virtual Reality in der Bildung etablieren wollen, bleibt also noch viel zu tun. Das gilt auch für ihre Branchenkollegen. Dabei ist eines gewiss: sie werden sich dieser Herausforderung mit viel Euphorie stellen.

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Redaktion
Die adhibeo-Redaktion veröffentlicht regelmäßig Artikel zu verschiedensten Themen der Angewandten Wissenschaften, die an der Hochschule Fresenius stattfinden.

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