Gesundheit, Therapie und Soziales

Wirtschaft und Management

2. Dialog Gesundheitswirtschaft Bayern: Teilnehmer fordern mehr Einheitlichkeit

von Redaktion, am 31.07.2014

Krankenhäuser sind ein zentraler Baustein der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Doch auf einheitliche Standards und Definitionen hat man sich im Krankenhaussektor immer noch nicht verständigt, die Datenbasis für das Qualitätsmanagement ist weiterhin schmal – wird sich das durch die angekündigten Reformen der Großen Koalition ändern? Um diese und andere Fragen zu diskutieren, trafen sich am vergangenen Freitag Krankenhausmanager, Krankenkassenvertreter und Politiker in München. Bereits zum zweiten Mal luden die Hochschule Fresenius und die KPMG zu dieser Veranstaltung ein. Eine Nachlese.

Etwa ein Viertel der rund fünf Millionen Beschäftigten im Gesundheitssystem arbeiten in Krankenhäusern. Auch was die Gesundheitsausgaben angeht gehören Krankenhäuser hier zu den wichtigsten Einrichtungen. Klar, dass sich landauf, landab Experten damit beschäftigen, wie in diesem Sektor Qualität gesichert und richtig gehaushaltet werden kann.

Auch beim 2. Dialog Gesundheitswirtschaft Bayern standen Fragen rund um die deutsche Krankenhausversorgung auf dem Programm. Den Bezugsrahmen bildete dabei die zu erwartende Reformpolitik der Großen Koalition und ihre Auswirkung auf den Krankenhaussektor. Sowohl Manager von Krankenhäusern und Universitätskliniken als auch Vertreter von Krankenkassen, Politik und Wissenschaft hatten am vergangenen Freitag den Weg in das Audimax der Hochschule Fresenius München gefunden, um darüber zu diskutieren.

Der Dialog Gesundheitswirtschaft Bayern geht in die zweite Runde ­– wieder sind hochkarätige Entscheider zu Gast

Prof. Dr. Andreas Beivers, Studiendekan für Gesundheitsökonomie an der Hochschule Fresenius München, hatte das Konzept der Veranstaltung vor rund zwei Jahren zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG entwickelt. Auch diesmal gelang es ihm und seinen Mitorganisatoren wieder, hochkarätige Redner für den Event zu gewinnen: Das Grußwort an die im Audimax versammelten Zuhörer entrichtete der CSU-Politiker und Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer; die Fachvorträge kamen unter anderem von Dr. Markus Stoffel, dem Leiter Unternehmensentwicklung der Klinik Hirslanden bei Zürich, oder Christian Bredl, dem Leiter der Landesvertretung Bayern bei der Techniker Krankenkasse.

Im Laufe der Veranstaltung zeigte sich, dass die Positionen der unterschiedlichen Vertreter gar nicht so weit auseinander liegen. Kathrin Sonnenholzner (MdL), Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Pflege des bayerischen Landtags, fand sich in der abschließenden Podiumsdiskussion gar dazu veranlasst, in diesem Zusammenhang das Wort „Harmonie“ zu verwenden.

Die Teilnehmer sind sich weitestgehend einig: Das Krankenhauswesen braucht mehr Einheitlichkeit

Denn eigentlich herrschte Konsens darüber, dass im Krankenhauswesen endlich ein gewisses Maß an Einheitlichkeit erreicht werden müsse – zum Beispiel hinsichtlich der Beschreibung der Versorgungslage: „Es ist immer noch nicht klar, ob man die Krankenhausversorgung in Deutschland anhand der Entfernung zum nächsten Krankenhaus misst oder ob man sich dabei auf die Dauer des Transfers zur nächsten Einrichtung bezieht“, führte Sonnenholzner aus. Letzteres sei für sie fraglos die sinnvollere Definition.

Prof. Andreas Beivers hat sich in zahlreichenForschungsarbeiten mit dem privaten Kranken-haussektor beschäftigt.

Übernahm die Moderation des 2. Dialogs Gesundheitswirtschaft Bayern: Prof. Dr. Andreas Beivers.

Auch im Bereich der Qualitätssicherung müsse man endlich einheitliche Standards finden und außerdem die Datengrundlage verbessern, so die gemeinsame Forderung, auch in Richtung Große Koalition. Einige Teilnehmer wiesen daraufhin, dass hier die Elektronische Gesundheitskarte einen wichtigen Beitrag leisten könne. Christian Bredl ging sogar noch einen Schritt weiter: „Vielleicht sollten Gesundheitsdaten in Zukunft sogar über den Fingerabdruck abrufbar sein – die Gesundheitskarte ist im Notfall eben auch mal nicht zur Hand.“

Was Datenschützer durchaus problematisch finden dürfte, ist für Ärzte oder Pfleger, beispielsweise bei der ambulanten Versorgung, ein großer Vorteil – vielleicht steht dieser Streitpunkt beim nächsten Dialog Gesundheitswirtschaft auf der Agenda.

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Die adhibeo-Redaktion veröffentlicht regelmäßig Artikel zu verschiedensten Themen der Angewandten Wissenschaften, die an der Hochschule Fresenius stattfinden.

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