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Von der Forschung in die Praxis: Kompetenzentwicklung im Mittelstand

Die Entwicklung und der Ausbau von Kompetenzen ist für Arbeitnehmer und Unternehmen entscheidend, um Innovationen voranzutreiben und sich den wandelnden Anforderungen der globalisierten Wirtschaft anzupassen. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Konsortialprojekts StraKosphere wurde ein Tool zur Kompetenzentwicklung in kleinen und mittelständischen Unternehmen erarbeitet und bei vier Partnerunternehmen aus der Industrie in die Praxis überführt.

StraKosphere steht für „Strategisches Kompetenzmanagement in nichtforschungsintensiven Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes“. Das Projekt wurde im Januar 2015 ins Leben gerufen, um die bislang bestehenden Nachteile von KMU bei der Entwicklung dringlich benötigter Kompetenzen auszugleichen. Beteiligt am Projekt waren Forschungseinrichtungen der Universität Paderborn, der Technischen Universität Dortmund und des Fraunhofer ISI. Als Industriepartner waren die Unternehmen Alutec metal innovations GmbH & Co. KG, Friedrich Freek GmbH, SMK Röhrsdorf GmbH und TOPSTAR GmbH mit an Bord.

Implementierung eines Kompetenzmanagement-Tools

Zu Beginn des Projektes wurden bei den Industriepartnern Workshops durchgeführt, um eine Unternehmensstrategie zu entwickeln und um Trends und Herausforderungen der kommenden Jahre zu bestimmen. Damit konnten für die verschiedenen Unternehmensfunktionen spezifische Entwicklungsbedarfe festgelegt und parallel dazu eine Kompetenzmanagementtabelle (KMT) entwickelt werden. Die KMT ist ein Instrument, um bei Mitarbeitern bestehende Kompetenzen zu erfassen, auf Basis einer bestehenden Kompetenzsystematik. Die KMT wurden daraufhin für die einzelnen Unternehmenspartner individuell angepasst und bei den Firmen implementiert. Die nötige Grundlage für eine detaillierte Kompetenzerfassung und umfassende Weiterbildungsplanung der einzelnen Mitarbeiter war damit gelegt.

Prof. Dr. Rainer Maria Wagner, Geschäftsführender Gesellschafter des Sitzmöbel-Herstellers TOPSTAR, berichtet: „Wir haben für alle Führungskräfte, die auf dem Hallenboden tätig sind und die Produktion übersehen, jeweils eine individuelle KMT erstellt und daraus entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen abgeleitet.“ Begleitet wurde die TOPSTAR GmbH dabei von der Hochschule Fresenius, vertreten durch Prof. Dr. Jörg Buchtal, um einen umfassenden Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis zu gewährleisten. Weitere Transferpartner, die anderen Unternehmen zur Seite standen, waren das Institut für angewandte Arbeitswissenschaften e.V., die Technologieberatungsstelle beim Deutschen Gewerkschaftsbund Nordrhein-Westfalen e.V. sowie der Lehrstuhl für International Management an der Hochschule Furtwangen.

Die KMT wurde bei den Industriepartnern eingesetzt, um die ermittelte unternehmensspezifische Strategie umzusetzen und so die Wettbewerbsfähigkeit der KMU zu stärken. Das Ende der praktischen Umsetzungsphase im StraKosphere-Projekt wurde mit der Feststellung der Einsatzmöglichkeiten der KMT sowie einer Evaluation der entwickelten Kompetenzen erreicht.

Ausbau des strategischen Kompetenzmanagements bei TOPSTAR geplant

„Für TOPSTAR ist die Digitalisierung ein zentrales Thema. Wir arbeiten heute zum Beispiel mit einer komplett vernetzten Produktion, die zusätzlich von frei navigierenden Roboterfahrzeugen unterstützt wird. Hieraus hat sich viel Wissens- und Qualifizierungsbedarf entwickelt, dem wir mit verschiedenen Maßnahmen begegnen“, erläutert Wagner. Bereits während der Projektlaufzeit wurden bei TOPSTAR beispielsweise die Einarbeitungspläne für neue Mitarbeiter optimiert. Zudem wurde ein Rotationssystem etabliert, mit dem Führungskräfte und Produktionsmitarbeiter auch andere Positionen kennlernen und so ein ganzheitliches Verständnis des Betriebs entwickeln können. Für die Zukunft sei ein Ausbau des strategischen Kompetenzmanagements geplant, so Wagner und ergänzt: „Wir möchten unsere Mitarbeiter in der Produktion schrittweise stärker in das Kompetenzmanagement einbeziehen. Das ist für uns auch mit Blick auf die Nachwuchssicherung sehr wichtig.“

StraKosphere wurde mit einer finalen Transfertagung im Audimax der Hochschule Fresenius in München Ende vergangenen Jahres in offiziellem Rahmen beendet. Im Beisein aller geförderten und assoziierten Projektpartner, Vertreter des Projektträgers sowie der eingeladenen Gäste und Unternehmensvertreter wurden auf der Tagung die Kernergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt präsentiert und mit Unternehmensvertretern, Gästen und Studierenden diskutiert.

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