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Was macht Führungskräfte erfolgreich?

Politische Fertigkeiten – eine Form sozialer Kompetenz – haben Einfluss darauf, wie Mitarbeiter die Leistung von Führungskräften wahrnehmen. Wie genau? Das hat Dr. Dominic-Nicolas Gansen-Ammann, Studiengangsleiter (Angewandte) Psychologie (B.Sc.) an der Hochschule Fresenius, gemeinsam mit Kollegen von der University of Calgary, der Frankfurt School of Finance & Management und der Universität Bonn untersucht.

Vermitteln, anleiten, überzeugen – als „unternehmerisch“ bezeichnete Aufgaben wie diese spielen für Führungskräfte oft eine wichtige Rolle im Arbeitsalltag. Sie führen Teams und Arbeitsgruppen, verhandeln mit Kunden und Geschäftspartnern, leiten und organisieren Projekte. Wie gut ihre Führungsleistung dabei von Mitarbeitern wahrgenommen wird, hängt auch von ihrer sozialen Kompetenz ab. Eine für Führungskräfte in der Regel besonders relevante Form sozialer Kompetenz sind sogenannte politische Fertigkeiten. Diese erlauben Menschen, andere im Arbeitskontext zu verstehen, sich in ihrem Verhalten entsprechend anzupassen und zielbezogen Einfluss auszuüben.

Wie genau die Beziehung zwischen unternehmerischen Aufgaben, politischen Fertigkeiten und Führungserfolg aussieht, untersucht eine Studie von Dr. Dominic-Nicolas Gansen-Ammann von der Hochschule Fresenius, James A. Meurs von der University of Calgary, Andreas Wihler von der Frankfurt School of Finance & Management und Gerhard Blickle von der Universität Bonn. Die Stichprobe der Untersuchung besteht aus 229 Führungskräften und 607 Mitarbeitern unterschiedlicher deutscher Unternehmen. Die Führungskräfte gaben Auskunft über ihre politischen Fertigkeiten sowie ihre unternehmerischen Rollenanforderungen. Die Führungsleistung wurde durch die Mitarbeiter eingeschätzt.

Soziale Kompetenz bei hohen unternehmerischen Anforderungen besonders wichtig

Die Studienergebnisse zeigen: Je mehr unternehmerische Aufgaben Führungskräfte meistern müssen und je höher ihre politischen Fähigkeiten ausgeprägt sind, desto besser wird ihre Leistung wahrgenommen. „Müssen Manager in überdurchschnittlichem Maße Mitarbeiter anleiten, Kunden überzeugen oder zwischen verschiedenen Parteien vermitteln, haben sie die Chance, soziale Kompetenz voll auszuspielen. Das hat dann auch einen deutlich positiven Einfluss darauf, wie Mitarbeiter die Führungsleistung in diesem Bereich einschätzen“, erklärt Diplom-Psychologe Dr. Dominic-Nicolas Gansen-Ammann.

Sind die unternehmerischen Anforderungen an eine Führungskraft dagegen vergleichsweise niedrig, zeigt die Studie, dass politische Fertigkeiten nur einen geringeren Einfluss auf die Leistungsbewertung haben. Denn wenn der direkte Austausch mit Kollegen, Mitarbeitern oder Kunden eher eingeschränkt ist, kann auch soziale Kompetenz nur begrenzt zum Führungserfolg eingesetzt werden.

Politische Fertigkeiten und unternehmerische Aufgaben bei Stellenbesetzung berücksichtigen

Für Unternehmen und auch Angestellte liefert die Studie damit spannende Erkenntnisse. So konnten verschiedene Untersuchungen bereits bestätigen, dass politische Fertigkeiten Einfluss auf die Manager Performance haben. Durch diese Analyse wird jedoch deutlich, welche Rolle der Arbeitskontext – in diesem Fall also das Level der unternehmerischen Anforderungen – dabei spielen kann.

„Wenn Unternehmen Führungskräfte einstellen oder ihnen neue Aufgaben übertragen möchten, sollten sie die politischen Fertigkeiten der Person und die unternehmerischen Anforderungen der Position dabei unbedingt berücksichtigen“, rät Gansen-Ammann. „Gerade Manager oder diejenigen, die eine leitende Position anstreben, sollten ihre soziale Kompetenz bei der Karriereplanung miteinbeziehen oder ggf. trainieren.“

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