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Studie belegt: Zahlungsbereitschaft für Paid Content steigt

Bereits zum zweiten Mal nach 2016 hat das DCI Institute in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius Hamburg die „Paid Content Studie“ durchgeführt. Wieder wurde die Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte im Internet untersucht. Der Vergleich mit der Vorgängerstudie zeigt: Insgesamt steigen die Verkäufe von Paid Content weiter an – und auch bei älteren Nutzern scheint die Akzeptanz größer zu werden.

Mit DAZN ist im Sommer 2016 ein weiterer Paid Content-Anbieter in den deutschen Markt eingetreten. Ähnlich wie der Streaming-Dienst Netflix bietet DAZN bei monatlicher Beitragszahlung Zugang zu diversen Sportsendungen, darunter beispielsweise die Live-Spiele der englischen oder der spanischen Fußball-Liga. Aktuelle Abonnentenzahlen wurden bislang nicht bekanntgegeben – wie gut es für DAZN läuft, ist unklar.

Klar ist jedoch: das Unternehmen hat sich für seinen Markteintritt einen guten Zeitpunkt ausgesucht. Denn wie eine vom DCI Institute und der Hochschule Fresenius Hamburg durchgeführte Studie belegt, steigt in Deutschland die Bereitschaft, digitale Inhalte zu kaufen: Knapp 18 Prozent der über 2500 Befragten gaben an, schon mindestens einmal für digitale Services gezahlt zu haben – das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Konkret danach gefragt, für welche Inhalte sie bereits Geld ausgegeben haben, setzte über die Hälfte dieser Personen bei der Antwortoption „Games“ ihr Kreuz. Auch Musik bzw. Filme und Serien sind beliebter Paid Content: 53 bzw. 43 Prozent gaben an, für diese Inhalte schon gezahlt zu haben. An vierter Stelle folgen E-Books mit 26 Prozent und an fünfter Fachinformationen mit 15 Prozent. Für die Anbieter bezahlungspflichtiger Nachrichten sind die Studienergebnisse dagegen wie schon im vergangenen Jahr ernüchternd: Nur zehn Prozent haben für News-Formate bereits online Geld aufgewendet – und das, obwohl Medienunternehmen hier an immer neuen Bezahlmodellen tüfteln.

Eine Auswertung nach Altersgruppen zeigt: Junge Erwachsene geben ihr Geld für Spiele aus, Senioren für Nachrichten

Wie die Studie außerdem zeigt, repräsentieren die 18- bis 24-Jährigen nach wie vor die Gruppe, die Paid Content am meisten nutzt – hier in erster Linie für Games. Die 35- bis 44-Jährigen Käufer sind stark kaufbereit im Segment Musik und Filme, wohingegen in der Altersgruppe 55 bis 64 Jahre Fachinformationen bevorzugt werden. Für News wird prozentual am stärksten in der Gruppe der über 65-jährigen Onlinenutzer Geld ausgegeben. Generell nehmen gerade ältere Menschen Paid Content-Angebote immer häufiger in Anspruch: So gaben in der Fraktion der über 45-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viele Befragte an, bereits für digitale Inhalte im Internet bezahlt zu haben.

„Die Studie belegt deutlich, dass das Medienbudget der Konsumenten sich weiter zugunsten digitaler Angebote verschiebt“, resümiert Prof. Dr. Yorck von Borcke, Leiter der Media School an der Hochschule Fresenius Hamburg und Co-Autor der Studie. „Dazu passt auch der Befund, dass mehr als 65 Prozent der Befragten Paid Content auch in Zukunft nutzen wollen“, so von Borcke weiter. Gute Aussichten also für DAZN, Netflix & Co.

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